Ernteverfahren

Die mittelwaldähnliche Waldrandnutzung erfordert die Entwicklung und Erprobung naturschutzkonformer Ernteverfahren.

Hier soll untersucht werden, ob bzw. inwieweit die bei der Holzernte bisher üblicherweise zum Einsatz kommenden Arbeitstechniken zur Förderung der Zielbaumarten zu modifizieren sind. D.h. Vollbaumernte oder aber Herausziehen von Stämmen und Abräumen von Kronenschnitt, Einsatz von Winde etc.

Des weiteren wird aufzuzeigen sein, inwieweit die für flächige Bestände vorhandenen Erfahrungswerte für den finanziellen Aufwand der Holzernte auf die Bewirtschaftung der Waldränder übertragbar sind. Unterschiede ergeben sich durch die Linearität des Flächenzuschnittes oder z.B. die Lage der Flächen entlang von Straßen. Platzmangel, die Notwendigkeit von Straßensperrungen bzw. schnelles unter Umständen kostenträchtigeres Arbeiten, um gesperrte Straßen so zügig wie möglich wieder freigeben zu können, sind Aspekte die möglicherweise eine geänderte finanzielle Kalkulation erfordern.

In Abhängigkeit vom Ernteverfahren wird untersucht, wie das anfallende Energieholz am günstigsten aufzubereiten ist. Zu klären ist beispielsweise, ob bzw. unter welchen Rahmenbedingungen das Holz entweder vor Ort oder aber an einem zentralen Verarbeitungsplatz zu Hackschnitzeln zu verarbeiten ist.

Die Nutzung von Waldrändern

Verschiedene Bereiche des Waldes, die in den zurückliegenden Jahren meist viel zu sehr vernachlässigt wurden, weil sie nicht kostenneutral gepflegt werden konnten, eröffnen nun nicht nur die Möglichkeiten, Einnahmequellen zu erschließen, sondern auch den Forderungen gemäß Bundeswaldgesetz nach der Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion optimal gerecht zu werden.

Ein Ansatzpunkt ist die Pflege der meist stark überbestockten Außen- und Innenränder unserer Wälder, die im großen Ausmaß zur Verfügung stehen und ein enormes Mobilisierungspotenzial darstellen. In der Regel handelt es sich um Bestandesträufe, die aus dicht stehenden Randbäumen mit einseitiger Beastung sowie meist mächtigem Überhang bestehen und obendrein ein hohes Verkehrsrisiko darstellen.

Intakte Waldsäume hingegen sind auf etwa 30 m von einer Kraut- über die Strauch- bis hin zur Baumschicht aufgebaut und sollten bei der Waldbewirtschaftung einen hohen Stellenwert einnehmen. Sie tragen wesentlich zur Einschränkung der Windwurfgefahr bei und gelten zugleich als wertvollste Waldbiotope. Aufgrund ihrer hohen Artenvielfalt dienen diese Biotope vielen licht- und wärmeliebenden Pflanzen- und Tierarten als Rückzugsgebiete, die sowohl in der freien Landschaft als auch in geschlossenen Waldgebieten keinen Lebensraum mehr finden. Nicht zuletzt ist es der Mensch, der von der Vielfalt und Schönheit der Waldränder profitiert.


Mittelwaldähnliche Waldrandgestaltung und -nutzung
Online: http://www.waldrandgestaltung.de/projekt/ernteverfahren/index.php [Datum: 21.11.2018]
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